Über uns

Arbeitskreis Justizgeschichte

Die Justizgeschichte zählt epochen- und länderübergreifend zu den stark vertretenen Forschungsrichtungen innerhalb der Rechtsgeschichte und der allgemeinen Geschichte. Eine Begrenzung auf bestimmte Zeitepochen oder Gerichte gibt es schon seit Längerem nicht mehr. Die Höchste Gerichtsbarkeit im Alten Reich bildete über Jahrzehnte den Kern, um den herum sich die historische Justizforschung versammelte. Dieser Rahmen verliert aber zunehmend seine Überzeugungskraft, indem mittelalterliche ungelehrte Gerichte, Partikulargerichtsbarkeit und vor allem die neuere Justiz des 19. Jahrhunderts bis in die juristische Zeitgeschichte den Gegenstand von Untersuchungen bilden. Der große Reichtum der europäischen Überlieferung tritt hinzu.

Dieser höchst erfreulichen Ausweitung wollen wir gerne Rechnung tragen. Die zeitliche Ausdehnung ins Mittelalter und bis in die Moderne hinein kann uns die Augen für historische Vergleiche ebenso öffnen wie die noch stärkere Einbeziehung verschiedener europäischer Rechtskulturen.

Kolleginnen und Kollegen, die einschlägige Forschungsinteressen haben, laden wir herzlich ein, sich in den neuen Arbeitskreis einzubringen. Dessen Grundlage ist keine straffe vereinsrechtliche Organisation. Vielmehr bietet der Arbeitskreis Gleichgesinnten die Möglichkeit, über ihn Tagungen und Vortragsveranstaltungen wie auch Workshops für Studierende und Doktoranden zu organisieren bzw. zu kommunizieren. Einen festen Sitz benötigt der Arbeitskreis dafür nicht. Auf diese Weise ist es realisierbar , möglichst viele verschiedene Interessen miteinander zu verbinden und die Aktivitäten an verschiedenen Orten stattfinden zu lassen. Genau aus diesem Grund verzichten wir auf eine förmliche Vereinsstruktur mit Mitgliedschaft und Vorstand und auf einem ständigen Sitz und vertrauen auf den Reiz gemeinsamer wissenschaftlicher Interessen und auf das Engagement vieler Einzelner. Erforderlich ist allein, eine Adressenliste bzw. einen Emailverteiler und eine ganz grobe Zeitplanung zu erstellen und zur Verfügung zu stellen. Besonders erfreulich wäre es, wenn sich viele jüngere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für die Mitwirkung begeistern lassen, Juristen ebenso wie Historiker, Archivare und andere Interessierte. Für eine Aufnahme in den Emailverteiler setzen Sie sich bitte gerne mit uns in Verbindung.

Im Hinblick auf künftige Veröffentlichungen möchten wir die bewährte Zusammenarbeit mit den „Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich“ fortsetzen und zugleich die Reihe thematisch und zeitlich ausweiten.

Unser Arbeitskreis versteht sich nicht als Konkurrenz zu dem bereits seit längerem bestehenden zeithistorisch ausgerichteten „Forum Justizgeschichte“. Unser Kreis ist international und epochenübergreifen ausgerichtet und überschneidet sich mit der bundesdeutschen Justizgeschichte nach 1945 nur wenig.

Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben, und freuen uns auf einen regen Austausch!

Anja Amend-Traut
Würzburg

Peter Oestmann
Münster

Dezember 2023